
Zugegeben: der richtige „Winterzauber“ lässt dieses Jahr noch auf sich warten.
Während dem Schneeschippen und Eiskratzen nicht jeder von uns direkt nachtrauert, sieht das bei Waldkindern ganz anders aus!
Sobald die Temperaturen sinken und sich die erste zarte Schneeschicht auf dem Waldboden sammelt, werden die Schaufeln ausgepackt und es wird gesammelt, was das Zeug hält!
Besonders die Tische sind heiß begehrt, denn mit nur einem Zug lässt sich schnell ein Schneeball formen, der mindestens die Größe einer Walnuss hat!
Stolz präsentieren die Waldkinder ihre ersten kleinen Schneeskulpturen, bevor sie begleitet von einem Lachen in Richtung von Erwachsenen und Kindern fliegen. Aber nur auf die Beine und nur wenn vorher gefragt wurde! Das wissen Waldkinder selbstverständlich.
Im Winter gibt es noch weitere wichtige Beschäftigungen. Es ist ein ungeschriebenes Waldkindergarten- Gesetz, dass keine gefrorene Pfütze, die sich in der Nähe oder auf dem Weg der Waldkinder befindet, unberührt bleiben darf. Das „Eishacken“ kann schon mal zu einer stundenlangen Aufgabe werden. Mit Stöcken, Schaufeln und Steinen werden die Pfützen zerhackt und genau untersucht. Die besonders schönen Stücke werden dann in Eimern zum Waldplatz transportiert. Manchmal hat ein vorbeifahrender Traktor einen kleinen Tropfen Öl verloren, der in der Pfütze gefriert und dort als kleiner Regenbogen auf seine Ausgrabung wartet.
Wenn in den Eispfützen nichts mehr zu entdecken ist, machen wir uns selbst kreative Eisbilder. Da darf alles rein, was sich im Wald findet: Zapfen, Zweige, Blätter… oder wir färben das Wasser und legen Schnüre hinein, so entstehen wunderschön im Sonnenlicht glitzernde Eisketten, mit denen wir unseren Waldplatz dekorieren.
Und wenn die Finger dann doch mal kalt oder die Handschuhe nass geworden sind, wärmen wir uns im Waldhaus auf und trocknen die Kleidung über der Heizung. Doch dort bleiben Waldkinder meist nicht lange, denn der Winterwald hat einfach zu viel zu bieten!
Und dann gibt es noch eines, auf das warten die Waldkinder ab der ersten Schneeflocke: Schlittenfahren.
Ob mit oder ohne Rutscher, es gibt nichts Schöneres, als im Schnee den Berg hinunter zu sausen! Ob wir diesen Winter wohl nochmal die Gelegenheit dazu bekommen?
Darum freuen wir uns über kühle Temperaturen, verschneite Waldtage und die kalte Jahreszeit genauso wie auf den Frühling , der sich bereits mit den ersten entdeckten Knospen ankündigt.
Wie jede Jahreszeit hat auch der Winter im Waldkindergarten seinen eigenen Zauber und bietet so vieles, was die Kinder beobachten und mitgestalten können.
Und sind wir mal ehrlich: durch Kinderaugen sieht alles noch viel zauberhafter aus 🙂

